Angedacht:

Nach dem Urlaub geht es wieder los…

 

Sechs Wochen Sommerferien liegen hinter uns. Ich hoffe, Sie sind alle gut erholt nach dieser Zeit. Auch wenn die Erwachsenen anders als die Schülerinnen und Schüler nicht so lange frei hatten, lief doch alles ein bisschen ruhiger. Viele Kreise, Gremien, Sportveranstaltungen und anderes mehr haben pausiert. So hatte man das Gefühl, dass der übliche Ablauf mit vielen und oft auch zu vielen Terminen und Verpflichtungen einmal unterbrochen war. Das war wohltuend.

Ich war in meinen Ferien zwei Wochen in Schweden. Dort habe ich viele Menschen beim Arbeiten beobachten können, denn die Ferien waren dort schon vorüber. Ich war überrascht, dass die Schweden ihr Leben und selbst ihr Arbeitsleben sichtbar ruhiger und gelassener angehen als wir Deutschen. Keiner wirkt so gestresst wie viele Menschen hier. Man nimmt sich Zeit für das, was Zeit braucht, zum Beispiel dauern die Vorbereitungen eines Lehrerkollegiums auf das neue Schuljahr mehr als eine Woche. Das Kassieren und Einpacken an der Supermarktkasse verläuft freundlich und ohne Hektik und genauso das Portionieren von Eiskugeln in der Eisdiele. Wenn dadurch Schlangen entstehen, regt sich keiner auf. Dann steht man eben ruhig da und wartet und freut sich derweil auf sein Eis. Dadurch liegt eine Ruhe auf dem Leben, die wir in der Hektik des Alltags in Deutschland viel zu oft verlieren. Deswegen nehme ich persönlich ein Stück Schweden mit in die neue Arbeitszeit und hoffe, dass ich das auch hier immer wieder einbringen und leben kann.

Ich denke, das tut auch uns als Kirche gut, nicht mitzumachen bei der steten Beschleunigung des Lebens. Denn Menschen wollen und müssen zur Ruhe kommen. Sie brauchen Orte zum Nachdenken und Regenerieren. Mehr denn je benötigen wir Ruhepausen und insgesamt ein Leben, das einem nicht den Atem nimmt. Ein bisschen Schweden in Deutschland und auch in unserer Kirche und unseren Einrichtungen, das wünsche ich mir.

In den Berichten über Gottes schöpferisches Handeln in der Bibel sind Ruhezeiten übrigens ausreichend angelegt. Obwohl Gott so unglaublich viel zu tun hat, ist an jedem Abend und in jeder Nacht Pause. Und nach sechs Tagen Arbeit ist ein Tag nur für die Ruhe und für die große Freiheit vorgesehen. Nehmen wir das ernst! Dann muss sich niemand vor der Zeit nach den Ferien fürchten.

Vielleicht freuen Sie sich so wie ich auf das, was im Herbst kommen wird: viele schöne Veranstaltungen in der Gemeinde, angefangen bei unserem Ausflug nach Wiesbaden und der festlichen Einführung unseres neuen Pfarrers Matthias Leibach. Und hoffentlich wird es viele ruhige Zeiten in Gottesdiensten und Geistlichen Abendmusiken geben und beim Kaffee oder Frühstück in unseren Kreisen.

 

Ich freue mich auf Sie, wünsche gutes und ruhiges Ankommen im Alltag und grüße herzlich

Ihre Birgit Niehaus, Pfarrerin