Angedacht: Wie politisch darf Kirche sein?

Im letzten Mitteilungsblatt von Obernau und Schweinheim ist das „Angedacht“ von Pfarrerin Niehaus zum Volkbegehren „Rettet die Bienen!“ nicht erschienen, weil es parteipolitisch verstanden wurde. Das nehmen wir zum Anlass, über die Frage nachzudenken, wie politisch Kirche sein darf.

Kirche ist keine Partei. Aber sie ergreift Partei. Kirche hält sich aus der Parteipolitik heraus. Auch das „Angedacht“ war nicht parteipolitisch gemeint, denn es wirbt nicht für eine bestimmte Partei.

Es nimmt aber Stellung - und zwar biblisch-theologisch begründet - zu einem von Parteien und Verbänden unterstützten Projekt. Das ist unsere Aufgabe als Christen, das Evangelium und die Lebenswelt miteinander in einen Dialog zu bringen. Oder zu fragen: Was würde Jesus tun? Hierbei entsteht eine Meinung, die in der Tat Partei ergreift. Denn Kirche Jesu Christi steht an der Seite derjenigen, die „mühselig und beladen" sind. Das sind in unseren Augen neben den Menschen auch die Pflanzen und Tiere als unsere Mitgeschöpfe, ohne die wir nicht leben können.

Wenn wir als Kirche evangelisch-begründet Stellung nehmen zu dem, was unsere Welt bewegt, ist diese Stellungnahme also immer politisch; politisch im Sinne der ursprünglichen Bedeutung dieses Wortes (griechisch: Polis = Gemeinwesen, Stadt), also das Gemeinwohl betreffend.

Natürlich bedeutet das, dass manche diese Stellungnahmen kritisch sehen. Das begrüßen wir, denn das ist gut evangelisch. Wir stehen dafür, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam um den richtigen Weg ringen. 

Mit freundlichen Grüßen
Pfarrer Matthias Leibach und Pfarrerin Birgit Niehaus