Angedacht

Menschen
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Angedacht

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Schuljahr hat wieder begonnen und mit ihm eine Art von Betriebsamkeit. Menschen treffen sich nach einer Sommerpause wieder und wissen einander viel zu erzählen. In den Kirchengemeinden haben die Kreise und Gruppen gestartet. Kinder gehen zum Musikunterricht und Sport, Erwachsene üben ihre regelmäßigen Hobbys aus. Ein fester Rhythmus bestimmt den Alltag.  
Auf der einen Seite ist diese Betriebsamkeit anregend. Die wieder feste Tagesstruktur gibt Halt. Neue Geschichten, gute Gespräche, Ideen begegnen uns nach der ruhigen Ferienzeit. Betriebsamkeit, die gut tut. 
Auf der anderen Seite kann diese Betriebsamkeit auch leicht kippen. Schnell wird es uns zu viel, wir haben die Befürchtung, etwas nicht zu schaffen, die Luft wird knapp. 
Der Monatsspruch für den September lautet „Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach dem Wind“. (Prediger 4,6)
Haschen nach dem Wind. In den Wind greifen und ihn fangen wollen und merken, das geht nicht. Tun, das Energie verbraucht, aber in keiner Weise Erfolg hat. Was in meinem Alltag ist ein Haschen nach dem Wind? Was nimmt mir nur Kraft? Was kann ich mir dann in aller Gelassenheit auch schenken?
Eine Hand voll mit Ruhe. Ich konzentriere mich auf eine Sache. Ich greife bedächtig, aber kraftvoll zu und packe etwas an. Dann hat es „Hand und Fuß“. Danach bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. 
Ich wünsche Ihnen, dass Sie wenig Kraft vergeuden mit dem Haschen nach dem Wind und viele Hände voll Ruhe genießen können. 
Ihre Bettina Lezuo, Pfarrerin