Angedacht
Liebe Leserin, lieber Leser,
neulich bin ich mal wieder Rad gefahren, rund um den Erbig. So schöne Aussicht hat man da hinein die Weite des Maintals. Die Felder sind längst abgeerntet und Gelb. Der Mais ist trocken. Die Bäume haben schon braune und gelbe Blätter wie im Herbst. Viele Blätter hängen. Wo ich auch hinschaue, sehe ich fehlendes Wasser und seine Folgen. Ohne ausreichend Wasser vertrocknet alles.
Diese trockene Landschaft hatte der Betende des ersten Psalms wohl vor sich. Er lebte ja in einem Gebiet, dass schon immer wenig Wasser hatte. Und das ging dort allen Menschen so. So sinniert er darüber und vergleicht. Und stellt fest, dass ein Mensch ohne Gott so ist. Er trocknet langsam aus, seine Blätter vertrocknen, er wird dürr. Weil er nicht mit einer Quelle verbunden ist.
Ein Mensch dagegen, der sich immer wieder auf Gott besinnt, dessen Leben sieht anders aus. Über den sagt er „Er gleicht einem Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken.“ (Psalm 1,3f) Weil er in einem lebendigen Kontakt mit Gott ist, ist er mit der Quelle verbunden und wird immer wieder gespeist. So bleibt er lebendig und was er oder sie tut, gerät gut. So wie ein Baum, der das Glück hat, direkt am Bach zu stehen.
Ich wünsche unserer Natur endlich den Regen, den sie braucht. Und uns, dass wir immer wieder aus Gottes Quelle gespeist leben und unser Leben ein fruchtbares Leben ist.
Herzliche Grüße
Bettina Lezuo, Pfarrerin
