Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde von Aschaffenburg - St. Matthäus heißt Sie herzlich willkommen.

Schauen Sie sich in Ruhe um und informieren Sie sich über unsere Gemeinde. Wir hoffen, Sie finden die Informationen, die Sie suchen. Wenn nicht, nehmen Sie bitte entsprechend mit uns Kontakt auf.

Wir sind gerne für Sie da!

Manche schalten das Radio oder den Fernseher aus, wenn die Nachrichten kommen: „Immer nur schlechte Meldungen über Streit, Korruption, Verbrechen oder Katastrophen. Das tu ich mir nicht mehr an!“ Ich kann diese Stimmen verstehen.

Manche Christen bevorzugen das Neue Testament und sagen über das Alte: „Da ist so viel Mord und Todschlag, soviel Gewalt drin, das tu ich mir nicht an!“ Ich kann sie verstehen. Und dennoch glaube ich: Die Nachrichten über böse Dinge haben einen großen Nutzen.

Ein aktuelles Beispiel erläutert dies. Da wird dem rechtspopulistischen Innenminister und Vizekanzler Östereichs Strache eine Falle gestellt. Er wird heimlich gefilmt, wie er in einer Villa auf Ibiza mit einer vermeintlichen russischen Milliardärin spricht. Man sieht auf dem Video, das „Der Spiegel“ und die „SZ“ veröffentlicht haben, was diesem Politiker heilig ist: Nichts, außer seiner eigenen Macht. Um die zu stärken, verspricht er der falschen Oligarchin staatliche Aufträge in Millionenhöhe, prahlt damit, den Staat mit einem Konto für illegale Parteienfinanzierung zu täuschen und befürwortet eine Gleichschaltung der größten Tageszeitung Osterreichs, die dann über seine Politik hauptsächlich gute Nachrichten verbreiten soll. Einer, der wie so viele Rechtspopulisten verspricht, die Heimat zu retten, wird als derjenige entlarvt, der bereit ist, sein Land für die eigenen Interessen zu verkaufen. Und ich frage Sie: Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?

Hans-Christian Strache ist aufgrund dieser Nachricht zurückgetreten. Aber ohne großes Schuldeingeständnis. Vielmehr sah er sich als Opfer einer bösen Falle. (Bis heute weiß man nicht, wer hinter dem Video steckt). Und viele seiner Anhänger stimmen zu und wenden sich gegen die Boten der schlechten Nachrichten: „So etwas sollte, so etwas darf nicht veröffentlicht werden!“

Als ich im Deutschlandfunk vom Strache-Video erfuhr, war auch ich erschrocken. Und gleichzeitig dachte ich: eine gute Nachricht. Denn ich sagte mir: Danke, dass das rausgekommen ist, dass wir (noch) keine gleichgeschaltete Medienlandschaft haben wie sie sich Herr Strache wünscht. Danke, dass wir nicht nur Jubelmeldungen hören, wie in Diktaturen, sondern die Dinge meistens so gut und böse wahrnehmen können, wie sie sind.

Das gilt übrigens auch für das Alte Testament. Es präsentiert uns keine Helden. Vom großen König David erzählt es nicht nur seine Ruhmestaten, sondern auch, wie er Batseba, die Frau seines treuesten Kriegers zum Sex nötigt und – um ihre Schwangerschaft zu vertuschen – ihren Mann ermorden lässt. Die Bibel mutet uns diese vermeintlich schlechten Nachrichten zu. Warum? Weil sie uns den Spiegel vorhält und sagt: „Es gibt nicht die Guten und die Bösen. Gut und Böse, das sind Seiten in uns allen.“ Außerdem deckt die Bibel Machtstrukturen auf, wie die Theologin Elisabeth Birnbaum im theologischen Blog „feinschwarz.net“ schreibt: „Sie benennt das böse Handeln als das, was es ist, als böse. Sie gibt uns damit die Gelegenheit, uns mit diesen Themen auseinanderzusetzen, Stellung zu beziehen, das eigenen Tun zu hinterfragen, nicht die Augen zu verschließen, wozu Menschen imstande sind… Nur so kann das Problem gesehen, bearbeitet und vielleicht gelöst werden.“

Ich wünsche Ihnen offene Ohren für das Gute an den schlechten Nachrichten und grüße Sie herzlich
Ihr Pfarrer Matthias Leibach

Der St. Matthäusverein lädt herzlich ein:

 

Omnitah
Bildrechte: Omnitah

Die charimatische Songwriterin und Sängerin Omnitah wird am Donnerstag, den 06.Juni 2019 um 19.30 Uhr in St. Matthäus ihr Album “Seelenstaub“ präsentieren.

Es wurde beim Deutschen Rock & Pop Preis als "Bestes deutschsprachiges CD-Album des Jahres 2018" gekrönt. Omnitah malt mit ihren Stücken musikalische Kostbarkeiten auf die akustische Leinwand. Ihre klare, mal rauchige Stimme, die 4  Oktaven beherrscht, verbindet sich mit Klaviervirtuosität, Geigenspiel und und einfühlsamen Texten aus ihrer Feder.

 

Eintritt frei. Spenden erwünscht.

Ab sofort findet der Offene Bibliodrama-Treff wieder im Gemeindesaal der St. Matthäusgemeinde, Matthäusstraße 16, 63743 Aschaffenburg – Schweinheim statt.

Bibliodrama
Bildrechte: Kirchengemeinde - AM

Was ist Bibliodrama?

Bibliodrama ist eine ganzheitliche Methode, mit biblischen Texten in Berührung zu kommen. Wir sprechen nicht nur über einen Text, sondern erleben die alten Worte auf vielfältige Weise, sodass eine Brücke in unsere heutige Zeit angebahnt wird. Kreative und in Bewegung bringende Impulse tragen dazu bei, sich die Bibelstelle zu erschließen und sie lebendig werden zu lassen. Das geschieht natürlich freiwillig. Die Bereitschaft, sich auf den Text und die Gruppe einzulassen, sollte allerdings da sein.

Jedes Mal steht ein anderer Bibeltext im Mittelpunkt, sodass es möglich ist, auch nur an einzelnen Abenden teilzunehmen. Vorerfahrungen sind nicht nötig. Offen ist diese Veranstaltung für Interessierte aus dem ganzen Dekanat, auch katholische oder kirchenferne Menschen sind dazu eingeladen.

In diesem Jahr werden vier Termine angeboten: Donnerstag, 25. 07. und 17. 10. 2019, immer von 20 – 22 Uhr.

Geleitet wird der Offene Bibliodrama-Treff seit 17 Jahren von Andrea Marquardt, Religions- und Gemeindepädagogin, Bibliodrama- und Bibliologleiterin, Gestaltberaterin aus Aschaffenburg, Tel. 06021 / 9 46 26.