Angedacht

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Angedacht

„Jesus ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde… Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korintherbrief 5, 15.17)

Liebe Leserin, lieber Leser, 

was bedeutet Ostern für Sie? Es ist das höchste Fest, das wir Christ.innen feiern. Und viele haben ihre eigene Antwort darauf. Paulus schreibt im 2. Brief an die Gemeinde in Korinth seine Antwort: Mit Ostern gehörst Du nicht mehr nur Dir selbst, Du lebst und gehörst der auferstandenen Liebe Gottes! Denn Jesus ist deshalb für alle gestorben, „damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben“, sondern Christus. Das heißt wohl soviel wie: Du bist nicht mehr gekettet an Dich selbst und an Deine kurze Sicht. Vielmehr gehörst Du ihr, der Liebe Gottes. Ostern macht uns also frei davon, unser Lebensglück nur darin zu suchen, wo wir es zu finden meinen: Im Haben, im Besitzen und dann zu sagen: „Welche Genugtuung! Ich kann machen, was ich will, mit dem, was mir gehört.“ Das ist die kurze Sicht und die kurze Freude des Habens. Doch letztlich zerstört sie jedes Glück. Denn wenn Du Deinen Körper, Deine Freunde, Deine Frau nur besitzen und nicht lieben kannst, wenn Du meinst, mit ihnen machen zu können, was Du willst, werden sie Dich verlassen. Hoffentlich. Und wenn Du meinst, die Natur, die Luft, das Wasser, das Klima und die Tiere zu besitzen, um sie für Deinen Nutzen auszubeuten, werden Dich Deine Kinder und Enkel fragen: „Warum hast Du nur an Dich gedacht? Warum hast Du nur für Dich gelebt?“ Ostern befreit Dich aus der zerstörerischen Eigentumslogik, die unsere Gesellschaft immer mehr bestimmt. Ostern bietet Dir an, den Sprung über den eigenen Schatten zu wagen: Gehöre nicht nur Dir selbst. Gehöre dem, der sich hingibt. Gehöre der Liebe Gottes. Gib dich selbst hin, und Dein Leben wird neu. Denn: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur.“ 

Frohe Ostern wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Matthias Leibach