Angedacht

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Angedacht

Bevor ich ein Kind taufe, besuche ich die Familie. Wir unterhalten uns über die Taufe und besprechen gemeinsam den Gottesdienst. Wenn ich Eltern dann frage, warum sie ihr Kind taufen lassen, antworten sie häufig in der Art: „Na ja, es kann ja nicht schaden und später kann sich das Kind dann entscheiden, ob es zu Gott gehören will oder nicht“. Das ist eine weit verbreitete Meinung, aber sie ist so einfach falsch. 
Einmal: Wenn ich ein Kind taufen lasse, dann eröffne ich ihm einen neuen Lebensraum. Das Kind ist wiedergeboren zu neuem Leben, sein Name ist im Himmel aufgeschrieben. Es ist für immer mit Gott und der Sphäre des Heils verbunden. Somit gesehen tun Eltern, die ihr Kind taufen lassen, dem Kind das Beste, was möglich ist! Sie stellen es unter Gottes Schutz und Schirm. 
Zum anderen: Gott bindet sich in der Taufe bis in Ewigkeit an einen Menschen. Für ihn bleibt dieser Bund bestehen und ist nicht mehr rückgängig zu machen. Auch wenn das Kind später von Gott nichts wissen will, sich abwendet oder gar nicht darüber nachdenkt: Von Gott aus bleibt die Taufe bestehen. Von Gott aus bleibt dieses Kind sein geliebtes Kind. Wenn das Kind sich also selbst entscheiden soll, ob es zu Gott gehören möchte oder nicht, dann müsste man abwarten, bis es älter ist und sich wirklich entscheiden kann.
Gott hat uns beim Namen gerufen und nimmt uns an als sein geliebtes Kind, ohne Wenn und Aber. Und für immer. Für mich ist das immer wieder Grund zur Freude! Und ich freue mich, wenn vielen Kindern dieser Lebensraum ermöglicht wird.

Herzlich grüßt Sie Ihre Bettina Lezuo, Pfarrerin